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Montag, 1. Dezember 2025

IT-Mittelstand im politischen Dialog

Im Austausch mit MdL Dr. Stefan Ebner über aktuelle Herausforderungen

IT-Mittelstand zwischen KI, Fachkräftemangel und Bürokratielast

MdL Dr. Stefan Ebner im Austausch über aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen im regionalen IT- und Telekommunikationsumfeld
 

Grafenau. Die Anforderungen an kleinere und mittelgroße IT- und Kommunikationsdienstleister wachsen rasant – rechtlich, technisch und personell. Wer heute digitale Infrastruktur bereitstellt, muss nicht nur mit wachsender Komplexität Schritt halten, sondern auch Bürokratie und Fachkräftemangel bewältigen. Wie das im ländlichen Raum gelingen kann, zeigt die Wensauer Com-Systeme GmbH in Grafenau. Bei einem Besuch tauschte sich der Stimmkreisabgeordnete Dr. Stefan Ebner mit Geschäftsführer Christian Wensauer und E‑Commerce‑Leiter Michael Haydn über aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen im regionalen IT- und Telekommunikationsumfeld aus.

Gegründet 1997, entwickelte sich die Wensauer Com‑Systeme GmbH über 28 Jahre hinweg von einem reinen Telekommunikationsanbieter hin zu einem umfassenden ITK‑Systemhaus. Heute betreut das Unternehmen mit 13 Mitarbeitern vor allem kleinere Firmen und mittelständische Unternehmen im Bereich von zwei bis 50 Beschäftigten, die in der Regel keinen eigenen IT-Verantwortlichen haben. Neben der Beratung und Dienstleistung für Firmenkunden liegt ein zunehmender Fokus auch auf Anwendungen mit künstlicher Intelligenz. Das Schwesterunternehmen cw-mobile GmbH ist auf den Onlinehandel spezialisiert, beschäftigt zusätzlich 20 Mitarbeitende und vertreibt Technik- und Lifestyleprodukte europaweit – sowohl über den eigenen Onlineshop cw-mobile.de als auch über weitere Online-Vertriebskanäle.

Im Austausch über die Fachkräfte- und Auszubildendengewinnung hob Geschäftsführer Christian Wensauer hervor, dass die "Gehaltsschraube" in den Betrieben immer weiter nach oben gehe. Er adressierte an die Politik, dass Steuerentlastungen ein wertvolles Instrument sein könnten, um die zunehmenden Personalkosten abzufedern. Auf Arbeitnehmerseite wäre eine Steuerbefreiung von Überstunden wünschenswert: "Fleiß und Arbeit sollen sich stärker auszahlen", gab sich Wensauer überzeugt. Der Leistungsgedanke erfordere auch aus Sicht des Landtagsabgeordneten ein systemisches Umdenken:  "Anstatt Überstunden stärker zu besteuern, sollte ein positiver Anreiz für

Mehrarbeit gesetzt werden und eine geringere Besteuerung erfolgen", so Dr. Ebner. Außerdem wurde der deutliche Rückgang an Ausbildungsinteresse thematisiert. "Auszubildende sind rar – und auch die Qualität der Bewerber leidet mitunter", berichtete der Geschäftsführer.

Mit Blick auf die konjunkturelle Abschwächung der vergangenen Jahre schilderte Wensauer, dass wirtschaftlich angespannte Phasen die IT-Branche immer mit Verzögerung träfen: "Zunächst kümmern sich die Unternehmen verstärkt um Themen der Digitalisierung, aber irgendwann ist der Punkt erreicht, wo wirtschaftlich auch wieder etwas zurückkommen muss." Auch MdL Dr. Ebner wusste aus seinen regelmäßigen Betriebsbesuchen zu berichten, dass zahlreiche Unternehmen etwa die Phase der Corona-Pandemie genutzt hatten, um ihre IT-Prozesse zu modernisieren. Nun gehe es jedoch wieder verstärkt darum, die gewonnenen IT-Investitionen nachhaltig zu nutzen und die wirtschaftlichen Herausforderungen der Gegenwart digital gestärkt zu meistern.

Der Landtagsabgeordnete erkundigte sich schließlich noch über die bürokratischen Belastungen in der IT-Branche. Aktuelle Studien zeigen, dass deutsche Unternehmen im Schnitt knapp 6 Prozent ihres Jahresumsatzes für Bürokratie ausgeben – v. a. für Datenschutz-, Umwelt- und Produktsicherheits-vorgaben, die vielfach redundant und komplex seien. Marketing- und E-Commerce-Leiter Michael Haydn berichtete über die hohen technischen und rechtlichen Anforderungen insbesondere im Geschäftsfeld des Online-Handels: "Rund 60.000 Produkte erfordern eine aufwändige Datenbeschaffung, z.B. für EU-Vorgaben wie das Funkanlagengesetz, die Energieverbrauchskennzeichnungsverordnung, die Allgemeine Produktsicherheitsverordnung (GPSR) oder die Bestimmungen zur Erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) – ein erheblicher Aufwand ohne deutlichen Mehrwert für Endkunden. Eine zusätzliche Herausforderung stellt zudem die Umsetzung der digitalen Barrierefreiheit dar, die erhebliche Ressourcen bindet."
 

Bildunterschrift: Tauschten sich über aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen im IT- und Telekommunikationsumfeld aus: (v. li. n. re.) Marketing- und E-Commerce-Leiter Michael Haydn, MdL Dr. Stefan Ebner und Geschäftsführer Christian Wensauer. | Foto: Christoph Weishäupl – Abgeordnetenbüro Dr. Stefan Ebner, MdL
 

ABGEORDNETER DR. STEFAN EBNER, MdL
P R E S S E M I T T E I L U N G
28.07.2025 | CW

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